Wissen · Finanzplanung

Betriebsrente oder Ausschüttung? Der Barwertvergleich.

Der beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer hat in der Regel keine gesetzliche Rente — seine Versorgung entsteht nur, wenn er sie selbst aufbaut. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie: aus versteuertem Gewinn privat sparen oder über das Unternehmen? Die Rechnung ist eindeutiger, als viele denken.

Der Transfer

Aus 100 € Gewinn wird …

Weg 1

Gewinn ausschütten

100 € Gewinn − rund 30 € Körperschaft- und Gewerbesteuer − rund 18 € Abgeltungsteuer und Solidaritätszuschlag = ≈ 52 € privat. Damit wird aus versteuertem Einkommen gespart — der teuerste Weg.

Weg 2

Gewinn in die Betriebsrente

100 € Gewinn = 100 € Versorgungskapital. Voll Betriebsausgabe, kein Zufluss beim GGF, Besteuerung erst bei Auszahlung — nachgelagert, häufig zu einem niedrigeren Satz, je nach Weg mit Fünftelregelung oder Tranchen. Der Kapitalstock ist etwa doppelt so groß, bevor Zins und Zinseszins überhaupt wirken.

Kostendeckungszins

Ab welcher Rendite ist die Pensionszusage kostenneutral?

Bei einer Direktzusage entsteht der Aufwand ohne Geldabfluss: Jede Zuführung zur Rückstellung ist Betriebsausgabe, dem Unternehmen fließen im Musterfall (60.000 € Jahresrente ab 67, GGF 37 Jahre, 30 % Steuersatz) in 30 Anwartschaftsjahren rund 216 T€ Steuerersparnis zu. Erst ab Rentenbeginn dreht sich das Bild. Wird die Ersparnis angelegt, deckt sie ab dem Kostendeckungszins alle Nettorenten bis zum Lebensende:

Alter bei Zusage32374247
Kostendeckungszins nach Steuern6,9 %7,3 %7,9 %8,6 %
… vor Steuern bei 30 % Belastung9,9 %10,5 %11,2 %12,2 %
Barwert der Nettokosten bei 3,5 %165 T€200 T€244 T€297 T€

Kostenneutral wird die Zusage also erst bei rund 7 bis 8,5 % Nettorendite — je früher die Zusage, desto niedriger die Hürde. Erreichbar ist das nur mit Kapitalmarktanlage im Betriebsvermögen: Aktienfonds mit Teilfreistellung (80 % KSt, 40 % GewSt, § 20 InvStG) oder Direktanlage nach § 8b KStG drücken die Steuer auf die Erträge deutlich unter 30 %. Genau darauf baut die DEMAK Finanzplanungs-Zusage: Die Steuerersparnis wird nicht verbraucht, sondern ab Tag 1 angelegt.

Musterfall

Ein Versorgungsziel, sechs gerechnete Wege.

Zielrente 5.000 € monatlich ab 67, Beispielperson 37 Jahre, Rentenphase bis 94 — Gesamtleistung 1,68 Mio. €. Was das Unternehmen der Weg im Monat kostet und was barwertig übrig bleibt:

DurchführungswegAufwand/Monat bruttoBarwert nettoRente ab 67Bemerkung
Direktversicherung2.717 €244 T€1.244 €*mit 676 € (8 % BBG) nur 25 % des Ziels
Rückgedeckte Unterstützungskasse2.727 €245 T€5.000 €Rentenfaktor 29,05 · Kapitalbedarf 1,72 Mio. €
Pauschaldotierte Unterstützungskasse2.458 €161 T€5.000 €Zuwendung 1.250 €/Monat über 7 Jahre · Darlehen im Betrieb
Pensionszusage ohne Deckungsmittel2.455 €163 T€5.000 €Aufwand ohne Geldabfluss; freie Liquidität nicht angelegt
Pensionszusage mit Deckungsmitteln2.798 €247 T€5.000 €Rückstellung bleibt, saldiert bei Verpfändung
DEMAK Finanzplanungs-Zusage1.931 €113 T€5.000 €Ø 600 €/Monat angelegt, 6 % brutto · 419 T€ Depot bei 67

* Direktversicherung: Beitrag für die volle Zielrente dargestellt. Barwert = Gesamtaufwand nach Steuern, abgezinst mit 3,5 %. Tarifstand 02.09.2026 (Allianz KomfortDynamik); Renditen sind Zielgrößen, keine Garantie.

Was beim GGF ankommt

Flexibilität, Besteuerung, Sicherheit.

  • Kapital statt Rente ist bei Unterstützungskassen möglich, je nach Weg auch in Tranchen; bei der Pensionszusage ist eine Abfindung heikel — vGA-Risiko.
  • Besteuerung: Direktversicherung nach § 22 Nr. 5 EStG ohne Fünftelregelung; Unterstützungskasse und Pensionszusage nach § 19 EStG — Kapital mit Fünftelregelung oder in Tranchen.
  • Insolvenzschutz: Verpfändung der Rückdeckung oder des Depots ist der Standard; bei der pauschaldotierten Kasse nur mit Besicherung, bei der reinen Pensionszusage ohne Deckungsmittel keiner.
  • Eigenkapital und Liquidität sind ein Trade-off: Die rückgedeckte Pensionszusage gewinnt die EK-Quote, weil sie rund 1 Mio. € Kasse in einen Aktivwert umschichtet; die Finanzplanungs-Zusage behält diese Liquidität im Unternehmen — bei gleichem Liquiditätseinsatz liegt sie mit einem Depot von 2,69 Mio. € bei 67 vorn.

Quelle: Vortrag „Versorgung des Gesellschafter-Geschäftsführers“ (September 2026); Berechnungen mit dem DEMAK GGF-Versorgungs-Cockpit. Schematische Darstellung, keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall.

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